Die Zukunft der Identity Governance
Identity & Access Management befindet sich im Umbruch: Immer mehr Prozesse wandern in die Cloud, automatisierte Workflows ersetzen manuelle Freigaben, und sogar künstliche Intelligenz erhält eigene Identitäten.
Kürzlich bin ich im Entra News Podcast auf die Episode "Don't Get Left Behind: The Future of Identity Governance" gestoßen, in der Microsoft-Produktmanager Jef Kazimer genau diese Entwicklung beleuchtet. Als Architekt im Identity-Umfeld hat mich das Gespräch nachdenklich gestimmt.
Identity Governance: Mehr als ein Schlagwort
Was bedeutet Identity Governance im Kern? Es geht um den gesamten Lebenszyklus digitaler Identitäten, vom Eintritt eines Mitarbeiters (Joiner) über interne Wechsel (Mover) bis hin zum Austritt (Leaver).
Im Podcast wurde eines deutlich: Jedes Unternehmen betreibt bereits Identity Governance, bewusst oder unbewusst. Ob beim Onboarding neuer Kollegen oder beim Entfernen veralteter Berechtigungen: es sind Governance-Aufgaben, die häufig noch manuell und abteilungsübergreifend erfolgen.
Genau hier schlummert enormes Optimierungspotenzial.
Automatisierung der Identitäts-Lebenszyklen
Tools wie Microsoft Entra ID Governance ermöglichen es heute, On- und Offboarding sowie Rollenwechsel vollständig automatisiert zu steuern. Die Vorteile liegen auf der Hand:
- Sicherheit: Kritische Konten werden zeitnah deaktiviert, Token ungültig gemacht und Zugriffsrechte sofort entzogen
- Effizienz: Manuelle Freigabeprozesse und Ticket-Pingpong entfallen komplett
- Transparenz & Compliance: Alle Berechtigungsänderungen werden lückenlos protokolliert und sind jederzeit auditierbar
Aus eigener Erfahrung weiß ich: Gerade das Thema Offboarding wird in vielen Unternehmen vernachlässigt. Automatisierte Identity Governance verhindert solche Schlupflöcher zuverlässig.
Die Falle veralteter Lösungen
Neben den Vorteilen der Cloud-Automatisierung wurde im Gespräch auch eindringlich vor den Tücken traditioneller IGA-Lösungen gewarnt. Viele alte Systeme wurden über Jahre stark kundenspezifisch angepasst. Diese Überanpassungen mögen kurzfristig geholfen haben, führten aber langfristig zu einem Wartungsalbtraum.
Die Empfehlung ist klar: Standardisierte Cloud-Lösungen nutzen und nur dort anpassen, wo es wirklich notwendig ist.

